Kommunikation während der Pflege

Werdende Eltern interessieren sich vor der Geburt in Bezug auf Babypflege in erster Linie für die Utensilien, die dafür benötigt werden.

Sie machen sich Gedanken über Badewanne und Wickeltisch und prüfen den Markt von Salben, Ölen und Waschlotionen.

Seltener machen sie sich Gedanken über die Pflege an sich. Ich möchte daher heute die Bedeutung der

Kommunikation mit dem Baby während der Pflege beleuchten.

Eltern sollen beim Wickeln mit ihrem Baby sprechen. Aber worüber? Sehr hilfreich ist es, wenn Sie dem Kind die Tätigkeiten, die Sie machen werden, ankündigen. Das fängt schon beim zum Wickeltisch gehen an. „N., ich nehme dich jetzt hoch und bringe dich zum Wickeltisch. Du brauchst eine neue Windel.“ Im Idealfall warten sie noch kurz, bis die Info beim Baby angekommen ist, z.B. indem Sie merken, dass es den Blick auf Sie richtet. Dann nehmen Sie ihr Kind langsam hoch und tragen es zum Wickeltisch. Jeden Schritt begleiten Sie nun mit Ihren Worten. „Ich ziehe dir die Hose aus, ich mach jetzt die Windel auf“ u.s.w.. Ihr wenige Wochen altes Baby wird zunächst die Bedeutung der Worte noch nicht verstehen. Da es sich aber immer um die gleichen Sätze handelt und das mehrmals täglich, wird Ihr Kind schon sehr bald auch den Sinn der Worte verstehen. Dadurch lernt das Kind sich selbst und seine Bedürfnisse kennen. Da es sich auf die Pflegetätigkeiten einstellen kann, wird es nicht überrascht, wenn Sie seine Lage plötzlich ändern. Ihnen hilft es, mit Ihrer Aufmerksamkeit bei Ihrem Baby und der Pflege zu bleiben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man sehr schnell mit seinen Gedanken abschweifen kann und während dem Wickeln z.B. schon in Gedanken die Einkaufsliste oder ähnliches durchgeht und nebenbei mechanisch das Kind säubert und ihm eine frische Windel anzieht. Das ist sehr schade, weil dadurch die „Zeit von besonderer Qualität“ für das Kind verloren geht. Wenn Sie sich jedoch wirklich auf Ihr Kind und Ihr Vorhaben konzentrieren, können Sie und Ihr Baby Nähe auftanken und gesättigt aus der Situation herausgehen. Wichtig dabei ist das Miteinander. Gehen Sie auf die Laute ihres Babys ein und beginnen Sie einen Dialog. Ihr Baby entdeckt etwas, dann sprechen Sie mit ihm darüber! Kommentieren Sie seine Bewegungen und bitten Sie es um seine Mithilfe! Je nach Alter und Entwicklung kann Ihr Kind vielleicht schon leichte Tätigkeiten durchführen. Sehr wichtig für das Kind ist auch, dass Sie ihm ermöglichen, sich frei zu bewegen. Da der Bewegungsdrang ihres Babys nicht am Wickeltisch aufhört, ist es hilfreich, wenn dieser es ermöglicht, dass Ihr Kind aufstehen kann. Ein Wickelplatz, der auf drei Seiten mit einem Gitter umgeben ist, ermöglicht es Ihnen, das Baby sicher zu wickeln, wenn es schon stehen möchte. Viele Konflikte lassen sich auf diese Weise vermeiden.

Aber dauert es dann nicht viel zu lange, bis ich mit der Arbeit fertig bin? Eine beziehungsvolle Pflege kann durchaus länger dauern als die herkömmliche, wo das Baby oft abgelenkt wird, damit die Mutter oder der Vater mit der Tätigkeit schnell fertig wird. Dafür tankt ihr Kind aber keine Zuwendung auf und ist danach oft unzufrieden. Im beziehungsvollen Miteinander während der Pflege erleben die Kinder sehr viel Zuwendung und bekommen ungeteilte Aufmerksamkeit. Sie werden „satt“ und können anschließend wieder für sich sein, finden gut in den Schlaf oder ins Spiel.