Emmi Pikler

Die ungarische Kinderärztin Emmi Pikler ist 1902 in Wien geboren, hier studierte sie Medizin und absolvierte die Fachausbildung zur Kinderärztin. Schon in ihrer Studienzeit hat sie beobachtet, dass sich Kinder, die die Möglichkeit hatten sich frei und unbeaufsichtigt zu bewegen, viel seltener und nicht so schwer verletzten, wie Kinder aus gut situierten Verhältnissen. Sie hat beobachtet, wie sehr Eltern in die motorische Entwicklung ihrer Kinder eingriffen und sie ständig aufforderten, drängten und lobten. Geprägt von diesen Erfahrungen, beschlossen ihr Mann und sie in die Bewegungsentwicklung ihrer Tochter Anna nicht einzugreifen. Von diesen Erkenntnissen bestärkt, begleitete sie viele Familien in Budapest als Kinderärztin nach ihren Ideen der „freien Bewegungsentwicklung“. Nach dem Krieg übernahm sie die Leitung eines Säuglingsheims, das unter dem Namen „Loczy“ bekannt wurde. Im Säuglingsheim legte sie besonderen Wert auf die „beziehungsvolle Pflege“. Die dritte Säule der Pikler-Pädagogik ® ist das „freie Spiel“. In einer vorbereiteten Umgebung können Babys und Kleinkinder ihren Interessen nachgehen und vom Erwachsenen ungestört und vertieft spielen.

Es gibt zahlreiche Publikationen und Forschungsarbeiten, die teilweise von ihrer Tochter Anna Tardos weitergeführt worden sind. Heute befindet sich im „Loczy“ eine Kinderkrippe und die Räumlichkeiten stehen für Seminare und Forschung zur Verfügung.

Emmi Pikler