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Liebe Eltern, liebe Newsletter-Abonnentin, lieber Newsletter-Abonnent!
Ich hoffe ihr könnt den Sommer genießen: Barfuß über die Wiese laufen, Wasser pritscheln, Kirschen essen, Sand spielen und vieles mehr! Die ärgste Hitze, die viele belastet, sollte in den nächsten Tagen wieder vorbei sein und den Familien mit Schulkindern wünsche ich schon jetzt einen schönen Ferienbeginn!
Ich möchte heute ein paar Zeilen über das Pikler-Dreieck schreiben. Viele Eltern verbinden mit Pikler in erste Linie das Dreieck, und sind sich gar nicht bewusst, dass dahinter eine ganze Pädagogik steckt! Das Dreieck unterstützt Babys beim Aufrichte-Prozess und ermöglicht Kleinkindern erste Klettererfahrungen. In vielen Familien wird es zum ersten Geburtstag geschenkt, und das passt auch sehr gut. Wenn es sich ergibt, kann das Dreieck ab dem Hochziehen angeboten werden. Die Sprossen ermöglichen dem Baby, sich auf unterschiedlichen Höhen festzuhalten, sich aufzurichten und wieder sicher auf den Boden zu kommen. Viele Kinder tasten sich ganz langsam an das Dreieck heran, erklimmen die erste Sprosse und steigen wieder runter. Mutige wagen sich bis zur zweiten oder dritten Sprosse und spüren selbst, dass es hoch genug ist. Sie genießen eine Zeit lang die Aussicht und tasten sich wieder langsam nach unten. Bis ein Kind soweit ist, das Dreieck zu übersteigen, vergehen einige Monate. Das Übersteigen ist eine komplexe Angelegenheit: Das Kind muss herausfinden, wie es sich am besten festhalten kann. Idealerweise übergreift es mit den Armen um sich festzuhalten und das Gleichgewicht nicht zu verlieren, wenn es die Beine darüber hebt.
Nur zu gut kann ich den Impuls verstehen, dem Kind dabei zu helfen, oder zumindest dabei zu sein, damit es nicht abstürzt. Tatsächlich ist es gar nicht so einfach, das richtige Maß an Unterstützung anzubieten. Dem Kind durch aktive Mithilfe ein Erfolgserlebnis zu verschaffen, ist sicher nicht im Sinne der Erfinderin! Die erste Stufe der Intervention sind ermutigende oder skeptische Blicke, das ist auch aus der Entfernung eine Unterstützung für das Kind. Die zweite Stufe sind beschreibende Worte: „Du achtest darauf, wo du dich festhalten kannst“, „Du suchst einen Platz, wo du deine Füße abstellen kannst“ , „Du spürst, dass es sich wackelig ist“. Ich achte immer darauf, dass ich dem Kind keine Lösung anbiete, sondern ermögliche, dass es selbst eine findet. Auch mit dem Loben sind wir sehr zurückhaltend, damit das Kind nicht herausgefordert wird. Die dritte Stufe, ein physisches Intervenieren, setze ich nur ein, wenn es keine andere Möglichkeit gibt: ein Kind welches das Gleichgewicht verloren hat, wird natürlich von mir aufgefangen (das passiert aber ganz selten). Auch ein Kind, das sich verfängt, und keine Lösung mehr findet, weil es schon verzweifelt ist, wird selbstverständlich gerettet. Die Distanz ist ein weiteres Kriterium: Immer wieder beobachte ich, dass Kinder die Verantwortung abgeben, und sich auf die Eltern verlassen, wenn diese zu nah sind. Durch genaues Beobachten der Kinder können wir ihre Fähigkeiten gut einschätzen, gewinnen vertrauen, und ermöglichen eigenständiges Ausprobieren.
Was ist beim Kauf des Dreiecks zu beachten?
Die Firma Placker (www.spielzeugmacher.at) ist einer der wenigen zertifizierten Hersteller von Original Pikler© Materialien. Die Produkte der Firma Plackner sind sehr zu empfehlen, weil sie über ein hohes Maß an Qualität und Sicherheit verfügen.
Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es natürlich sinnvoll, sich nach gebrauchten Dreiecken umzusehen. Auf „willhaben“ gibt es mit heutigem Stand 437 Anzeigen auf "Pikler Dreieck" und nochmals 106 Treffer für "Pickler Dreieck".
Vorsicht bei Geräten, die nicht von zertifizierten Herstellern sind! Bei vielen Dreiecken auf „willhaben“ ist mir aufgefallen, dass die Neigung viel zu steil ist, bei einigen ist sie auch zu flach. Der Abstand der Sprossen ist bei einigen zu groß, was sehr gefährlich werden kann, wenn das Kind durchrutscht. Im Original befindet sich oben nur eine Sprosse und nicht zwei und das Rutschbrett hat keine Seitenränder.
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